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Gebietsbeschreibung:

Artensuche mit über 100 Experten im gesamten Nationalpark in 25 Untersuchungsflächen (z. B. Moore, Schachten, Seen, Bäche, Resturwälder, Fichtenwälder, Totholzflächen, Steinblockhalden ...).

Nachfolgend präsentieren wir Ihnen die Bilanz / die Ergebnisse aus einigen Organismengruppen mit den Worten der Experten:

Käfer:
Die Käferwelt im Nationalpark war auch für Experten wieder einmal voller Überraschung.
Unter allen Ordnungen waren die Käfer die artenreichste Gruppe.
Einige Arten wie der Prachkäfer Agrilus subauratus konnten sogar erstmals für den Bayerischen Wald nachgewiesen werden. Ein Fund aus der Familie der Rüsselkäfer, der eine Neuentdeckung für Deutschland wäre, wird derzeit noch überprüft.
Die Beobachtung von Habitatspezialisten wie dem Hochmoorlaufkäfer Carabus menetriesi oder seltenen Totholzbewohnern wie dem Nagekäfer Ernobius kiesenwetteri sind für jeden Entomologen ein Hochgenuss. Sensationell war die Artenvielfalt der ältesten Tanne im Nationalpark. Bei ihrer Benebelung konnten 52 Käferarten auf nur diesem einen Baum gefunden werden.
Gerade diese Ergebnisse zeigen wie wichtig Wälder und Bäume sind, die das natürliche Alter erreichen dürfen. So etwas gibt es auf größerer Fläche nur in Nationalparks.
Herbert Fuchs, München

Spinnen:
Mit 122 Spinnenarten, zusammen mit den Weberknechten (6) und Pseudoskorpionen (2) sind es 130 Arten, wurden so viele Spinnenarten nachgewiesen, wie an bisher keiner anderen Hauptveranstaltung. Da der Bayerische Wald spinnenkundlich schon sehr gut untersucht ist, bietet sich hier erstmals die Möglichkeit dieses Ergebnis mit der gesamten bekannten Artenzahl zu vergleichen. Es wurden 39% der aus dem Nationalpark bekannten 313 Arten erfasst.
Sechs Arten wurden am GEO-Tag neu für den Nationalpark nachgewiesen, darunter drei baumlebende Arten (Cinetata gradata, Clubiona corticalis, Theridion boesenbergi), die per Fogging erfasst wurden. Dies zeigt, dass, wie dies auch deutschlandweit der Fall ist, die baumlebende Fauna im Nationalpark noch unzureichend bekannt ist. Neben Fogging gibt es für deren Erfassung aber auch noch Methoden, die integrativ über die Zeit arbeiten, also keine Momentaufnahmen darstellen. Die restlichen vier Arten sind keine Besonderheiten (Larinioides cornutus, Porrhomma microcavense, Talavera aequipes, Theridion impressum) - sie zeigen lediglich, dass im Nationalpark bisher weit überwiegend die epigäische, am Boden lebende, Fauna untersucht wurde.
Unter den 122 erfassten Spinnenarten sind vier (Acantholycosa lignaria, Gnaphosa badia, Pardosa ferruginea, Theridion ohlerti), die in Deutschland außer im Bayerischen Wald nur aus den Alpen bekannt sind. Weitere fünf Arten (Acantholycosa norvegica sudetica, Clubiona alpicola, Oreoneta tatrica, Parazygiella montana, Pardosa sordidata) kommen sonst nur in den Hochlagen anderer Mittelgebirge, wie Harz, Rhön, Erzgebirge oder Fichtelgebirge, vor. Hervorzuheben sind außerdem Lebensraumspezialisten, wie Moorarten (Clubiona kulczynskii, Heliophanus dampfi, Pardosa sphagnicola) und kollin-montane Bachuferarten (Bathyphantes similis, Diplocephalus helleri, Pirata knorri). 22 der Spinnenarten sind auf der Roten Liste Deutschlands und 26 auf der Roten Liste Bayerns verzeichnet. Darunter vier in Deutschland bzw. fünf in Bayern stark gefährdete Arten: H. dampfi, P. sordidata, P. sphagnicola, P. knorri und A. norvegica sudetica.
Theo Blick, Ingmar Weiß, Christoph Muster

Fotos
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Hochmoor auf dem Zwiesler Filz
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Marco Ferrari (GEO-Italia) und Herbert Nickel auf Zikadensuche
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Hoch hinaus - zwei Baumkletterer nehmen Klopfproben
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Veranstalter: GEO / BUND

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GEO-Hauptveranstaltung im Nationalpark Bayerischer Wald
bei: Lindberg
Land: Deutschland
Datum: 14.06.2008
Teilnehmerzahl: 100
Ansprechpartner:
Tom Müller

Artenfunde (1955)

Tremella mesenterica (Goldgelber Zitterling)
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Tremella mesenterica (Goldgelber Zitterling)
Foto: www.biopix.dk
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