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Gebietsbeschreibung:

FFH-Gebiet Schwanheimer Wald Waldgebiet mit zahlreichen Altholzbeständen und inselhaften Magerrasen Größe: 728 ha Biotope: - alte bodensauren Eichenwälder - Stieleichen-Hainbuchenwald - Hainsimsen-Buchenwald - Trockenrasen

Das FFH-Gebiet Schwanheimer Wald
Laut der Naturschutz-Richtlinie der Europäischen Union ist der Schwanheimer Wald ein schützenswertes Rückzugsgebiet für bedrohte Arten. Zielarten sind dabei vor allem Heldbock (Cerambyx cerdo) und Hirschkäfer (Lucanus cervus), die einen hohen Anteil von Alt- und Totholz benötigen, sowie zwei Fledermausarten und ein Moos.
Das Gebiet umfasst eine Fläche von 728 ha. Der größte Teil davon ist ein Waldgebiet mit zahlreichen Altholzbeständen und angrenzendem Magerrasen. Es liegt zu 100% in der Hand der Kommunen und gehört zu den Grünzügen der Stadt Frankfurt am Main.

Lebensraumtypen
Das Gebiet besteht aus den folgenden Lebensraumtypen.

  • Naturnahe Kalk-Trockenrasen und deren Verbuschungsstadien
    (Festuco-Brometalia): 2,1 ha
  • Hainsimsen-Buchenwald (Luzulo-Fagetum): 25,3 ha
  • Subatlantischer oder mitteleuropäischer Stieleichenwald oder Hainbuchenwald (Carpinion betuli): 45,3 ha
  • Alte bodensaure Eichenwälder auf Sandebenen mit Quercus robur: 39,1 ha

Dabei macht der Wald mit 95% des Gebietes den größten Anteil aus.

Teilnehmer am GEO-Tag der Artenvielfalt 2008 – Schwanheimer Wald
Insgesamt waren fast 30 Experten und Interessierte an der Aktion beteiligt. In den frühen Morgenstunden fand sich eine Gruppe von Vogelkundlern ein, um die Frühaufsteher unter den Vögeln zu bestimmen.
Am Vormittag kamen der Verein der Pilzfreunde Südhessen Sulzbach e.V. und Vertreter der
Abteilung Mykologie der Universität Frankfurt dazu. Die Flora im Schutzgebiet bestimmten zum größten Teil Professor Dr. R. Wittig und einige Mitarbeiter des Instituts für Ökologie, Evolution und Diversität der Universität Frankfurt. Vom Forschungsinstitut Senckenberg war Andreas Malten dabei, Zoologe und Koordinator der Arbeitsgruppe Stadtökologie und Biotopkartierung.
Nach einer deftigen Bio-Mittagsbrotzeit zogen einige Teilnehmer am frühen Nachmittag nochmals los, um auch dem angereisten Journalisten Material für seinen Bericht zu liefern und noch weitere Arten zu finden.


Gefundene Arten im FFH-Gebiet Schwanheimer Wald
Insgesamt wurden 442* Arten kartiert, die sich folgendermaßen aufteilen lassen:

  • Säugetiere: 5 Arten
  • Amphibien: 1 Art
  • Insekten: 15 Arten
  • Spinnentiere: 2 Arten
  • Vögel: 49 Arten
  • Höhere Pflanzen : 225 Arten
  • Moose: 10 Arten
  • Pilze: 122 Arten
  • Flechten: 5 Arten

Für den Laien besonders überraschend ist sicherlich die große Vielfalt der Pilzarten (obwohl nur ein kleiner Teil des Gebiets untersucht wurde). Das hohe Artenaufkommen hängt u. a. mit dem ökologisch wertvollen Bestand an Totholz zusammen, das in seinen unterschiedlichen Zersetzungsstadien verschiedenen großen und kleinen Holzzersetzern einen ganz speziellen Lebensraum bietet (und dem ja auch die Zielarten Heldbock und
Hirschkäfer ihren Lebensraum verdanken). Dank der großen Zahl engagierter Pilzexperten konnten in so kurzer Zeit so viele Arten erfasst werden.
Bei den anderen Artengruppen ist das Ergebnis jeweils ein mehr oder weniger kleiner Ausschnitt aus der tatsächlich vorkommenden Artenvielfalt: Bei den Insekten z.B. wurde natürlich nur ein Bruchteil erfasst. Ein recht großer Teil der im Gebiet auftretenden Vielfalt dürfte bei den Vögeln und Gefäßpflanzen gefunden worden sein.
Die entscheidende und für Außenstehende sicher interessanteste Botschaft ist, dass all diese Vielfalt und eine wirklich urwüchsig anmutende Natur in einem direkt an die Stadt Frankfurt (bzw. den Stadtteil Schwanheim) angrenzenden Gebiet auftreten, wo jeder und jede sie finden und betrachten kann.

 

 * Die acht nicht eingetragenen Arten sind mehrere Brombeeren (Rubus), zwei Pilzarten und ein Tulpenbaum ( Liriodendron tulipifera).

 

Fotos
Klicken Sie auf ein Foto um es zu vergrößern.

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Inonotus dryadeus (Foto: N. Kühnberger)
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Alteiche (Foto: J. Krohmer)
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Nachbestimmung der Pilze (Foto: T. Trampe)
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Veranstalter: BioFrankfurt

KarteMarker
Schwanheimer Wald
Aktionsort: Frankfurt am Main
bei: Frankfurt am Main
Land: Deutschland
Datum: 14.06.2008
Teilnehmerzahl: 29
Externe Homepage: http://www.biofrankfurt.de
Ansprechpartner:
Dr. Julia Krohmer

Artenfunde (434)

Hypericum maculatum (Geflecktes Johanniskraut)
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Hypericum maculatum (Geflecktes Johanniskraut)
Foto: www.biopix.dk
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