Reste von Auwald, Sandmagerrasen, Vorwälder, Wildhecken
In der Sürther "Aue" im Süden von Köln finden sich so ungewöhnliche Bewohner wie Feld-Mannstreu und Mauerpfeffer. Das liegt an der Entstehungsgeschichte des Biotops: In den 60er Jahren wurde der Kiesaushub für ein Hafenbecken in der Nachbarschaft auf etwa 16 ha breitflächig verteilt. Der wasserdurchlässige Untergrund ließ eine Pioniergesellschaft entstehen, die sowohl wärmeliebend als auch trockenresistent war. Wilde Rose und Schlehdorn boten sogar dem Neuntöter ein attraktives Revier. Allerdings hat die Kölner Hafengesellschaft, der das Gelände gehört, schon lange aufgegeben, sich um den Erhalt zu kümmern und bereits unerlaubte Eingriffe vorgenommen.
Trotzdem ist das NSG für die Anwohner immer noch ein unschätzbar wertvolles Kleinod.
Und daher war es nur konsequent, am Tag der Artenvielfalt der Sürther Aue einen Besuch abzustatten. Heupferd, Weinbergschnecke und Scharfer Mauerpfeffer sind nur wenige Beispiele für die knapp 100 Arten, die die Gruppe innerhalb von zwei Stunden in (und an) dem Naturschutzgebiet gefunden hatte.
Neben dem Sumpfrohrsänger mit seinen Improvisationskünsten konnte mit der Dorngrasmücke auch eine bedrohte Art der Roten Liste ausgemacht werden. Dass es sich dabei nicht um ein lästiges Insekt, sondern um einen kleinen Singvogel handelte, war für die Teilnehmer der Exkursion schnell offensichtlich geworden.
Ein weiterer Grund für den „Tag der Vielfalt“ genau an dieser Stelle ist das Werben für die Rettung des Naturschutzgebiets. Der Rat der Stadt Köln hatte im August letzten Jahres entschieden, die Sürther Aue zugunsten des Ausbaus des angrenzenden Godorfer Hafens aufzugeben. Doch noch ist da das letzte Wort nicht gesprochen: Mehr als 32 000 Unterschriften gegen den Hafenausbau im Rahmen eines Bürgerbegehrens sprechen eine deutliche Sprache. Dass OB Schramma den Bürgerwillen Anfang dieses Jahres für unzulässig erklären ließ, ändert nichts an der Entschlossenheit der Unterzeichner:
„Die Kölner können und wollen sich gar nicht erlauben, ihr wertvollstes linksrheinisches Schutzgebiet zubetonieren zu lassen.“
Die für die Rheinaue untypische Lebensgemeinschaft (Offenes Buschland, Halbtrockenrasen) ist auch aus Sicht der Internationalen Kommission zum Schutz des Rheins (IKSR) ein unverzichtbares Trittsteinbiotop im Biotopverbund des Rheins. Folgerichtig fordert die IKSR in ihrem 2006 veröffentlichten Bericht, derartige Gebiete nicht nur zu erhalten, sondern nach Möglichkeit zu vergrößern.
Am Tag der Artenvielfalt 2008 wurden weitere triftige Gründe dafür gesammelt, die Sürther Aue zu erhalten.
Weitere Informationen auf der Website der Aktionsgemeinschaft der Ausbaugegner: www.suerther-aue-retten.de


Veranstalter: BUND Köln
![]() ![]() | Sürther Aue bei: Köln Land: Deutschland Datum: 14.06.2008 Teilnehmerzahl: 20 Externe Homepage: http://www.bund-koeln.de Ansprechpartner: holger sticht |
Artenfunde (116)

Arten als Stammbaum
Arten als Excel-DateiOenothera biennis (Gemeine Nachtkerze)
Foto: www.biopix.dk

